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Frieden einer alten Stadt. – Hiroshima [Hiroshima-Trip]

Am 21. März 2017 ging es für mich – zum ersten Mal – in die Präfektur Hiroshima. Ich hatte mich auf drei tolle Tage vor Ort eingestellt, die mich in die Stadt Hiroshima, auf die Insel Miyajima und auf die Insel Ōkunoshima (auch bekannt als Haseninsel) führen sollten.

Mein Ausgangspunkt war Osaka und verrückt, wie ich bin, bin ich erst einmal an der Bahnstation vorbeigelaufen, die mich zum Hauptbahnhof bringen sollte. Es war wohl doch noch recht früh…

Wieder einmal machte ich Japan mit dem Fernbusunternehmen WillerExpress unsicher, welches ihr schon in vielen anderen Beiträgen kennenlernen durftet, so wie auch bei meinem Aufstieg auf den Fuji-san, mein “Hintergrund” war.

Gegen sechs Uhr in der Früh sollte mein Bus fahren. Ungefähre Fahrtzeit drei/vier Stunden. Genug Zeit also, um noch einmal die Augen zu schließen, während man sicher ans Ziel gebracht wird. 

In Hiroshima, am dortigen Hauptbahnhof angekommen, habe ich mich an diesem erst einmal umgesehen. Natürlich unterschied er sich nicht groß von anderen Bahnhöfen, aber irgendwie hatte er etwas Besonderes. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass ich nun in Hiroshima war und man sich Daheim Sorgen, um meinen Ausflug an diesen Ort gemacht hatte. 

Hier vor Ort habe ich mir dann auch mein Fahrticket für die nächsten drei Tage gesichert. Es handelte sich um den “Visit Hiroshima Tourist Pass” Small Area, welcher drei Tage lang genutzt werden konnte und gültig für die Stadt Hiroshima und Miyajima war. Der Pass ist außerdem auch für weitere Strecken und mehr Tage käuflich zu erwerben. So kommt man auf jeden Fall gut rum. In meinem Fall war er mit 1000Yen ein Schnäppchen und ich würde ihn mir immer wieder holen.



Als erstes brachte mich dieser Pass mit dem Bus zur Burg von Hiroshima, die man für wenig Geld “erobern” konnte. Oben angekommen genießt man eine weite Aussicht. Natürlich hatte ich die Hoffnung oben angekommen auch schon den Friedenspark erkennen zu können, was mir aber nicht so recht gelungen ist. Den Weg nach unten, Achtung: kleine Treppenstufen, konnte man damit verbringen sich die Geschichte Hiroshimas bzw. dieser Burg ein wenig zu bestaunen. Auch war es möglich sich in eine Rüstung kleiden zu lassen und zu posieren. Das habe ich leider nicht gemacht, denn wer hätte ein Foto von mir machen sollen?




Nach der Burgbesteigung ging es weiter zum Schrein, welcher sich gleich um die Ecke, ebenfalls im Burgpark befand. Dort habe ich mein Goshuin unterzeichnen lassen, bevor es für mich, mit dem nächsten Bus in den Friedenspark ging.

Dort angekommen erblickte ich das erste Mal in Realität den Atombombendom, der heute noch als Mahnmal zu erkennen ist. Ich war ein wenig irritiert, als ich andere Touristen erblickte, welche freudig vor ihm posierten und daran anscheinend nichts beklemmendes fanden. Gut, jeder Jeck is anders. 

Anschließend bewegte ich mich auf das Kinderdenkmal zu, welches Sadako und einen Kranich zeigte. Die abertausende Papierkraniche drumherum zeigten mir, dass die Geschichte um das kleine Mädchen noch längst nicht in Vergessenheit geraten ist.

tausende Papierkraniche…

Daraufhin wohl der für mich schwerste Weg in diesen drei Tagen: der Gang ins Friedensmuseum. Mir war bewusst, dass dieser Gang alles andere als einfach sein sollte, doch ich war sehr interessiert daran, wie dieses Museum aufgebaut war und wie es die schreckliche Katastrophe vermitteln konnte. Zu Anfang habe ich mir noch einen Audioguide besorgt, welcher auch in deutscher Sprache die Erklärungen lieferte. Eine freundliche Japanerin, an der Kasse, überreichte ihn mir mit den Worten: “Einmal Deutsch, kein Problem.” Auf Deutsch. Ich war so verblüfft, dass ich im ersten Augenblick nichts sagen konnte. Die wenigsten Japaner kamen mir mit so einer Euphorie entgegen, wenn sie Deutsch sprachen. Ein fast ganz neues Erlebnis. 

Viele Worte möchte ich zu diesem Museum nicht verlieren, außer: besucht es! Es ist ein einzigartiges Museum, dass die Geschichte der Welt erzählt. 

Leider war es zu dem Zeitpunkt, wo ich vor Ort war, zum Teil ‘under construction’, weshalb nur ein Teil des Museums zu betreten war, was der Sache aber keinen Abbruch getan hat. 

Der Tag verging wie im Flug, sodass sich langsam auch mein Magen meldete. Also ging es für mich ins Okonomi-Mura, dem Okonomiyaki-Viertel in Hiroshima. Dass es mehr oder weniger nur aus einem Gebäude bestand, wunderte mich zwar ein wenig… aber auf – ich meine – drei Stockwerken verteilt, ein “Restaurant” an das nächste gegliedert zu sehen, war auch mal eine Erfahrung wert.


Im Enddefekt entschied ich mich wahllos für ein Lokal und erfreute mich der Tatsache, dass man sein Okonomiyaki hier mehr oder weniger selber zusammensetzen lassen konnte. Neben den üblichen Zutaten, wie Salat und Co. gab es bei mir obenauf noch Nudeln und zum Abschluss Käse; nichts für Kalorienzähler. ;) 
(Aber das hatte ich mir in Japan sowieso abgewöhnt.)


Anschließend machte ich mich auf den Weg zur Straßenbahn, die mich in knapp über einer Stunde bei meinem Hostel – etwas außerhalb des Trubels –  rauswerfen sollte. Ziemlich spät kam ich vor Ort an, was aber kein Problem, da der Check-in bis 0:00 Uhr geöffnet hatte. Und geschlafen hatte zu dem Zeitpunkt auch noch niemand. Es war auch nur eine Person im Raum. Also gar nicht so schlimm. 
Mit ihr unterhielt ich mich noch kurz, wo wir herkamen und wohin es für uns ging. 
Und mich erwartete am nächsten Tag Miyajima, worauf ich mich schon zu dem Zeitpunkt riesig freute.

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