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Komm, wir fahren nach… Paris!

“Komm, wir fahren nach… Paris?!” Tatsache. Für meine Freunde und mich ging es am 22. Juli 2017 nach Paris. Eigentlich sollte es für uns aber ganz song-like nach Amsterdam gehen, doch eins nach dem anderen.

Als ich in Fukuoka in meiner Wohnung saß (im Mai… lange ist es her), bin ich bei Groupon über einen Gutschein gestolpert, der uns mit einem Busunternehmen nach Amsterdam bringen sollte. Das Busunternehmen war mir und einer weiteren Freundin bereits bekannt, weshalb wir uns – nach einiger Überlegung und lustigen Rückblenden – dazu entschlossen hatten, diesen Gutschein zu kaufen. Zu viert wollten wir uns auf die Reise in die Hauptstadt der Niederlande machen.

Relativ eilig gekauft und gebucht war die Busfahrt für Samstag, den 22. Juli. Die Vorfreude stieg und öfter mal, kam mir der Ohrwurm “Komm, wir fahren nach Amsterdam.” in den Sinn.

Eine Woche vor Abfahrt, genauer gesagt Freitags bekam ich am Mittag eine Mail. Stornierung. Leider gab es nicht genügend Anmeldungen für Amsterdam. Moment. Bitte was?! Danke. Stattdessen hatten wir die Möglichkeit, auf andere Reisen auszuweichen. Ein-/Zweitagesreisen nach London: war terminlich nicht drin. Ein anderer Tag für Amsterdam: war ebenfalls terminlich nicht möglich. Letzter Ausweg: Paris. Eben an diesem besagten Samstag. Mit dieser Info wandte ich mich an meine Lieben und nach einigen Überlegungen war klar: “Komm, wir fahren nach Paris!”

Wo hält der Bus?

Zu dritt fuhren wir nachts Richtung Köln/Bonner Flughafen. Dort sollte unser Bus am bekannten Fernbusterminal abfahren. So weit, so gut. Nachdem wir uns einen Platz im vollem Parkhaus besorgt hatten, ging es für uns Richtung Terminal. Wir schauten uns alle Schilder genau an, doch irgendwie fanden wir unser Busunternehmen nicht. Da im Flughafen auch Morgens um halb drei viel Verkehr herrschte, machten wir uns auf dem Weg zur Information. Zwischendurch kamen wir an sich dauernd aktualisierenden Informationstafeln (für Busse) vorbei und wurden ein weiteres Mal verunsichert: unser Bus war nirgends vermerkt. Beim Informationsschalter angekommen und die Situation erklärend (durch eine Freundin, da meine Stimme sehr zu wünschen übrig ließ) und keiner neuen Information – nein, sie konnten uns nicht wirklich weiterhelfen – machten wir uns auf den Weg nach unten und warteten an den Plätzen für freie Busunternehmen. Über uns brach der Himmel herein und es regnete, wie aus Eimern. Während wir bereits andere Passagiere ausfindig machen konnten, die sich neben uns positioniert hatten, stieß die Vierte im Bunde zu uns.

Der Bus sollte um 3:00 Uhr in der Früh losfahren. Im Enddefekt war es 3:15 Uhr und wie sollte es anders sein? Wir wollten möglichst bald wegnicken, um wenigstens etwas fit für die Hauptstadt Frankreichs zu sein.

Hat natürlich nicht geklappt. Also fit schon; wegnicken nicht.

Der lustige Busfahrer

In Aachen wurden die Busfahrer getauscht, was uns nur recht sein konnte, auch wenn dafür gefühlt Partybeleuchtung (sprich: alle Lichter im Bus) angemacht wurde. Für die, die wenigstens die Augen schließen wollten, natürlich nicht von Vorteil. Von Vorteil war aber unser neuer Busfahrer, der mit uns über alles sprach. (Egal, ob wir es hören wollten oder nicht…)

Auf Frankreichs Straßen angekommen, beschwerte er sich über das Fahrverhalten der Franzosen und es sprudelten pausenlos “nützliche” Informationen aus ihm, über die tolle Stadt Paris heraus. Okay, einverstanden. Wir wollten uns aber gerne diese Stadt ansehen… waren dementsprechend sehr froh, als er uns an der Saine herausließ. Dort angekommen sprachen wir ihn dennoch auf unsere Tickets an.

Wir hatten geplant eine Flussfahrt durch die Kanäle in Amsterdam zu starten… andere Stadt, anderer Fluss – mit dem Schiffchen schippern, wollten wir dennoch.
Also stellten wir uns gleich für die nächste Tour an; nach ungefähr zehn Minuten befanden wir uns auf dem nassen Oberdeck und setzten uns auf Regenjacken und auf mit Taschentüchern-getrockneten Stühlen. Ziemlich bald kam eine Großfamilie (drei Mütter, viele, viele Kinder) und machten sich wahlweise vor, hinter und neben uns breit. Die Ruhe war dahin. Die deutsche Übersetzung, die freundlicherweise nach Französisch und Englisch folgte war von uns nicht mehr zu verstehen. Deutsche Wut. Vom allerfeinsten. Aber: man sagt ja nichts…

 

“Der ist wohl abgesperrt.”

Nach unserer – zum Teil – anstrengenden Schifffahrt ging es, immer den Augen nach, Richtung Eifelturm. Dort angekommen fiel uns gleich auf, dass nicht mehr die Möglichkeit bestand, sich gleich unter ihn zu stellen, obwohl dass – meiner Erinnerung nach – früher der Fall war. Also marschierten wir auf die große Grünanlage, den Eifelturm im Rücken und machten die verschiedensten Fotos.

Und hier wurde mir ein weiteres Mal wirklich bewusst:
zusammen zu verreisen war eine der schönsten Beschäftigungen,
welcher man in einer Freundschaft nachkommen konnte.

Nachdem wir unzählige Fotos, in allen möglichen Perspektiven gemacht hatten, machten wir uns auf den Weg zur Champs-Élysées, quer durch die kleineren Straßen, die Paris zu bieten hatten. Auf dem Weg staunten wir nicht schlecht, über manche Crêpe-Preise und kauften ein paar Bilder und Postkarten Paris ein.

Vor dem Torbogen angekommen entdeckten wir einen kleinen Crêperie-Stand und da man ja so selten in Frankreich einen Crêpe essen kann, nahmen wir die Gelegenheit war und futterten.

Ein Blick auf den Torbogen verriet uns, dass man diesen auch erklimmen konnte; doch das wollten wir uns für den Abend aufheben. Stattdessen machten wir einen auf typische Touristen und kauften uns ein Tagesticket für einen der unzähligen Sightseeing-Busse, die am Torbogen starteten.

Als nächstes wollten wir zur Notre Dame. Die Fahrt dauerte ein wenig länger und hin und wieder hat der ein oder andere von uns die Augen geschlossen. Immer mit dem Audio-Guide im Ohr… wenn man es schon nicht sehen konnte, wollte man schließlich wissen, woran man vorbeifuhr. :D

An Notre Dame angekommen stellten wir uns in die Schlange, mit welcher wir kostenlos die Kirche betreten konnten. Nach ungefähr fünfzehn Minuten waren wir drinnen, obwohl wir anfangs wirklich geschockt waren, welche Ausmaße diese Schlange ausmachte. Freundlicherweise wurden wir von einem anderen Deutschen mit den Worten: “Das geht wirklich schnell.” zusätzlich dazu angehalten uns anzustellen.

Es war ein tolles Gefühl in einer solch bedeutenden Kirche zu stehen und es war ein wundervolles Bauwerk, sowohl von innen als auch von außen. Einfach toll.

Nachdem wir wieder ins Tageslicht traten, ging es für uns in zwei von den typischen Souvenir-Stores. So langsam begann das Wetter wieder umzuschlagen und auch hier zu tröpfeln. Eilig machten wir uns auf den Weg nach etwas Essbaren und standen im Enddefekt in einer Dönerbude (?) und organisierten uns hier Sandwiches. Die Kombination soll einer verstehen.

Während Essen, Essen aus der Hand schlagen, wegen der Öffnerei der Regenschirme gingen wir zurück zum Haltepunkt des Busstopps, da das Ticket an diesem Tag tatsächlich schon bald auszulaufen drohte. Und wir wollten ja wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt. Also saßen wir mit unserer Verpflegung, dieses Mal im Unterdeck und schauten uns Paris bei Regentropfen an, die glücklicherweise bald versiegten.

Am Torbogen wieder ausgestiegen, liefen wir die Champs-Élysées wieder herab. Unser Ziel: der Disney-Store. Wir Mädchen sehen den Disney-Store in London immer als Ziel, wenn wir vor Ort sind. Wieso sollte es also in Paris, wo ja nun einmal das Disneyland ist, anders sein? Leider war es eine absolute Enttäuschung und wir Mädchen mussten uns eingestehen, dass der Disney-Store in London (und die in Japan) einfach nicht zu toppen waren.

Anschließend ging es noch herein in ein Kaufhaus, in dem man sich mit – den bisher noch nie gegessenen – Macarons eindeckte. Weil so langsam der Durst wiederkehrte, setzen wir uns in den von unserem Busfahrer benannten – “teuersten McDonalds der Welt”. Gleich der auf der Champs-Élysées… Nachdem wir bei der Bestellung bzw. anschließend ein wenig alt ausgesehen haben – dort läuft bereits alles elektronisch – konnten wir dort ein kleines Päuschen einlegen. Anschließend stand die letzte Pflicht an: das Erklimmen des Torbogens.

Zu diesem Zeitpunkt noch 24 und 25 Jahre alt hatten zwei von uns das Glück den Eintritt zu sparen. :D
Die anderen mussten leider 12€ blechen. Nicht wenig.
Nun sollte es aufwärts gehen. Ähnlich wie beim Kölner Dom. Immer im Kreis herum… Als wir anschließend auf dem Dach des Torbogens standen und uns die kühle Abendluft um die Nase wehte, hatte es sich aber gelohnt. Abschiedsbilder und Fotos vom Pariser Abend… Fotos sind doch, die schönsten Erinnerungen, wenn man die im Kopf außen vorlässt.

 

Auf dem Weg nach unten, kamen wir am üblichen Souvenir-Store vorbei und kauften uns hier ein paar Kleinigkeiten. Unten wieder angekommen, noch ein paar kleine Abschiedsfotos und ein Blick auf die Uhr.

Wir hatten uns entschlossen, uns wieder auf den Weg zur Saine zu machen, wo uns unser Busfahrer wieder abholen wollte.

Noch ein wenig flanierend auf der Brücke, Blödeleien und Späße treibend, warteten wir auf den Bus, welcher pünktlich kam und uns wieder zurück nach Deutschland bringen sollte.

Hinter uns der leuchtende Eifelturm und die Gewissheit: wir waren nicht das letzte Mal gemeinsam in Paris.

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