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Auf nach Miyajima! [Hiroshima-Trip]

Mein heutiger Tag führte mich nach Miyajima, der kleinen Insel vor der Küste Hiroshimas. Den meisten bekannt durch das “schwimmende Torii”, dem Torii, welches bei Flut im Wasser steht.

Schon als ich das Hostel verlassen hatte, konnte ich von weitem das besagte Tor erkennen. Also ging es für mich, nach einer kurzen Bahnfahrt, zum Haltepunkt der Fähre, welche zwischen Festland und Insel pendelt. Lustigerweise stand es einem zur Auswahl, ob man ein Hin- und Rückfahrt-Ticket erhalten möchte oder nur ein Hinfahrt-Ticket. Aber da es auch Unterkünfte auf der Insel gibt, erscheint es einem doch wieder relativ logisch.

Ich war schon relativ früh unterwegs, weshalb ich eine der ersten Fähren nutzen konnte. Mit an Board: mehrere Horden an Grundschulklassen, welche aufgeregt Fotos von sich, dem Schiff und dem Torii in weiter Ferne machten. Als die Fähre anlegte, waren sie mit die ersten die runter vom Schiff und rauf auf die Insel sind. Ein kleiner, aber organisierter Ameisenhaufen und unheimlich toll zu beobachten.

Für mich ging es – natürlich – auch erst einmal zum berühmten Itsukushima-Schrein, wozu das Torii gehört. Hier habe ich mir auch wieder mein Goshuin stempeln lassen. Die Anlage war für ihren Eintrittspreis jedoch relativ übersichtlich und das mit spannendste war natürlich das Torii, welches bei meiner Ankunft im Wasser stand. Auf dem Kies- und Sandstrand davor waren mehrere Rehe unterwegs und ich fühlte mich ein kleines bisschen, wie in Nara.

Anschließend hieß es für mich:
Insel erkunden. Ich hatte mich vorher noch nicht über Miyajima informiert, weshalb ich relativ frei meine Wege über die Insel verteilte und so irgendwann bei einer Seilbahn Stop machte, welche mich auf den Berg Misen gebracht hatte. Dort angekommen machte ich erst einmal eine kurze Lunchbreak für mich, da ich außer einem Onigiri noch nichts im Magen hatte. Schließlich war meine Idee, dass ich nicht die Seilbahn einfach wieder runter nehmen würde, sondern zu Fuß den Weg ins Tal auf mich nehmen würde. Durch das Waldstück, dass sich relativ dicht über den Berg erstreckt, war es hin und wieder ein wenig kompliziert vorwärts zu kommen, doch dabei habe ich mir immer nur gedacht: wer es auf den Fuji-san schafft, schafft das auch. Ein kleines Mantra sozusagen. ^.^

Auf der Anhöhe des Berges wurden natürlich auch einige Fotos gemacht und hier traf man auch wieder auf unzählige Touristen, die man auf den Weg hierher nicht gesehen hatte. 

Nachdem ich die Aussicht ein wenig genossen hatte, ging es für mich wieder bergab. Ein langer Fußmarsch erwartete mich und irgendwann sah und hörte man vor lauter Pflanzen niemand anderen mehr. Dieses Szenario im Dunkeln und man hätte den perfekten Drehort für einen Horrorfilm. Während ich also fröhlich vor mich hin lief, entdeckte ich plötzlich ein Schild, welches leider schon von Regen angegriffen war. Doch die Message war unübersehbar. Danger! Snakes! Ähm… wieso erfahre ich das erst jetzt? Hatte ich dieses Schild vorher einfach übersehen? Netterweise war unter diesem Schild ein weiteres angebracht. Eine To-do-Liste, was zu tun ist, sollte man einer der giftigen Schlangen begegnen. Ab diesem Augenblick sah leider jeder dunkle Stock aus, wie eine Schlange… Ich war heilfroh, als ich unten im Tal – ohne Schlangenbiss – angekommen bin.

Das riecht nach… Essen!

Noch einmal umgedreht und ein Fotos gemacht, ging es für mich anschließend weiter, in Richtung Geschäfte. Ich wollte an diesem Tag gerne Postkarten kaufen und auch von hier aus verschicken. Glücklicherweise kam ich sowohl an die Karten, als auch an die Briefmarken, weshalb meinem Vorhaben nichts im Wege stand. Nachdem ich die Geschäfte besucht habe, setzte ich mich auf eine Mauer und holte mir etwas zu knabbern aus meiner Tasche. Das blieb nicht unbemerkt und sowohl hinter, als auch vor mir, kamen Rehe auf mich zu. Ich hatte nicht vor mein Essen zu teilen und erklärte ihnen – natürlich auf Deutsch – dass das mein Futter sei und sie davon nichts abbekämen. Sie ließen mich schließlich in Ruhe und bewegten sich auf ein chinesisches Paar zu, welches gerade ihr Kind im Kinderwagen fütterte. Die ideale Ausgangslage und Höhe für diese Tiere…






Ich bewegte mich wieder Richtung Fährhafen und entdeckte einige Eisbuden. Eine von ihnen erregte aber meine größte Aufmerksamkeit. Auf dem Plakat: ein Reh, welches kackt/köttelt – auf dem daneben hängenden: ein Eis mit ebendiesen Kötteln. Natürlich waren die dunklen Teile auf dem Eis nur aus Schokolade, doch alleine die Vorstellung, hat mich irritiert, weshalb ich mein zwar ein Eis geholt habe, aber eines ohne Schoko-Köttel.

Der späte Nachmittag war bereits eingetroffen und so setzte ich mich in ein kleines Café und begann dort meine Postkarten zu schreiben, welche ich auf der Insel noch einwerfen konnte. Wie schön es auf Miyajima war, was ich erlebt hatte und vieles mehr; ich liebe es bis heute Postkarten zu schreiben.

Als dann die nächste Fähre wieder zurück Richtung Festland fuhr, hieß es auch für mich:

Auf Wiedersehen, Miyajima. Ich hoffe, wir haben uns nicht zum letzten Mal gesehen.

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