“Bei einem fremden Mann übernachten?!” in München | Couchsurfingerfahrung #2

Heute nehme ich euch gedanklich mit nach München, zu meiner zweiten Couchsurfingerfahrung. Diese fand bei einem jungen Mann statt und schon von vornerein bekam ich schockierte Blicke, wenn ich sage, dass ich mich für eine Nacht in seiner Wohnung entschieden hatte.

“Bei einem fremden Mann übernachten?” – “Bist du dir sicher, dass das so gut ist?” – “Was ist, wenn etwas passiert?” – “Hast du nicht die Möglichkeit bei einer Frau zu übernachten?” – “Wohnt der alleine?” – “Nicht lieber ein Hostel?”

Solche und noch viele weitere Rückmeldungen kamen auf mich zu. Auf der anderen Seite natürlich verständlich, auf der anderen Seite: wenn alle so denken würden, würde dort ja niemals ein Couchsurfer oder eher eine Couchsurferin übernachten.

Trotz der ganzen Rückmeldungen hatte ich mich dazu entschlossen, diese eine Nacht in München bei diesem Host zu verbringen.

Warum ich mich für keine Frau entschieden habe? Fakt ist tatsächlich, dass ich es versucht hatte, aber nirgendwo untergekommen bin. Und da mein Tag in München bereits geplant war, musste ich ja irgendwo – möglichst ohne viele Ausgaben – unterkommen.

Also nahm ich das freundliche Angebot an und startete meine zweite Couchsurfingerfahrung insgesamt und die erste bei einem Herrn. :D

Ich kam am Mittag in München an und nachdem ich erst ein wenig die Stadt erkundet hatte, weil mein Host noch in der Uni war.  Gegen Nachmittag ging es dann in meine ‘Unterkunft’. Ich hatte das Glück, dass er mich an der Bushaltestelle abholte und mir daraufhin seine Wohnung zeigte. Seine Mitbewohnerin (ja, er hatte tatsächlich eine!) war aber zu diesem Zeitpunkt in Köln (haben wohl die Plätze getauscht. :D), weshalb er alleine war. Anders als am Tag zuvor überließ er mir keinen Schlüssel – was ich berechtigterweise verstehen kann – und da er noch einmal in die Bibliothek wollte, ging es für mich ein wenig durch die naheliegenden Straßen. Übers Handy hielten wir den Kontakt, falls einer Heim wollte oder sollte.

Ich teilte mir mit ihm gemeinsam sein Zimmer, da seine Mitbewohnerin nicht wollte, dass während ihrer Abwesenheit jemand in ihrem Zimmer schlief. Völlig verständlich. :)

Nachdem wir Abends, er in seinem Bett, ich auf einer Matratze auf dem Boden, ein wenig gequatscht hatten, fielen uns auch relativ zeitig die Augen zu.

Für mich sollte es am nächsten Tag schließlich wieder zurück nach Hause gehen und von dieser Mini-Deutschlandtour – in diesem kurzen Zeitrahmen – war ich dann doch ein wenig geplättet.

Am nächsten Morgen brachte er mich relativ zeitig zum Bus, weil er bereits wieder in die Uni musste. Da ich am Mittag sowieso den Zug heimwärts nehmen musste, verbrachte ich die übrige Zeit noch ein wenig in der Innenstadt, hauptsächlich aber am Bahnhof, wo ich über die gehobenen Preise in einem Kiosk stolperte… Aber das, ist eine andere Geschichte.

Ihr seht: es war – in meinem Fall – absolut kein Problem bei einem jungen Mann zu übernachten. Natürlich würde ich nicht bei jedem meine Hand für ins Feuer legen (bei Damen tatsächlich genau so wenig), aber man sollte die Möglichkeit, die einem gegeben wird, nutzen. Man kann immer Glück oder Pech haben und ich bin ganz froh, dass ich die Chance genutzt habe und Glück hatte. :)



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