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Filmreview/Stellungnahme – Malala. Ihr Recht auf Bildung

Ich hätte niemals gedacht, dass ich eine Filmreview auf meinem Blog posten würde. Schließlich galt und gilt “Reisewölkchen” als Reiseblog. Das sagt schon allein der Name… Aber wenn man es sich recht überlegt, hätte ich auch meine ganzen Appelle und Gedankenwelten zurückhalten müssen und sie nicht öffentlich machen “dürfen”. Völliger Blödsinn. Es ist mein Blog, der sich nicht nur mit mir, sondern auch mit meinen Reisen beschäftigt. Und auch mit Reisen, die in meiner Vergangenheit lagen und vielleicht auch in meiner Zukunft liegen. Dieser Blog beschäftigt sich mit Ländern, die mir wichtig sind; mir wichtig erscheinen. Und ein solches Land, hat einen Menschen hervorgebracht, der es wert ist, geehrt zu werden. Die Rede ist von Malala Yousafzai. Dem pakistanischen Mädchen, dem von den Taliban in den Kopf geschossen wurde, weil sie für das Recht auf Bildung (für Jungen und vor allem für Mädchen) kämpfte.

Relativ spontan hatte ich mir vor wenigen Tagen den Film “Malala – Ihr Recht auf Bildung” gekauft. Vor meinem Japanabenteuer kam er raus und eigentlich wollte ich die Möglichkeit ergreifen, ihn gemeinsam mit meinem Vater im Kino zu schauen. Leider hatte es nicht geklappt. Deswegen musste meine Mutter am heutigen Abend herhalten, um mit mir diesen Film zu schauen.

Der Film beschreibt in seinen 85 Minuten relativ zusammenfassend, die Geschichte von Malala, einen Bericht über ihr Handeln und ein Blick auf ihre Familie. Im zentralen Fokus: ihr Heimatland und seine Veränderungen.

Die Thematik ist mir durch das Buch “Ich bin Malala” durchaus bekannt und ich war glücklich über die Tatsache, dass es eine solche Persönlichkeit zu einem Film brachte. Denn leider sind mir genug Menschen bekannt, die vor Büchern kehrt machen. Eine unvernünftige Entscheidung in meinen Augen, aber ein Jeder ist seines Glückes Schmied. Somit haben auch Leute, die sich nicht zur Ruhe setzen und lesen zu können, die Möglichkeit über den Tellerrand hinaus zu schauen und nicht nur auf Nachrichtenerstattung zu bauen.

Dieser Film zeigt in seiner Einfachheit, was dieses Mädchen in ihren jungen Jahren bereits erleben musste. Woher stammt ihr Name, was hat sie zu der Person gemacht, der sie ist. Ein Blick auf Mutter und Vater, die von ihrer Vergangenheit erzählen. Sätze der Brüder, die einen eigenen Blick auf das Tun ihrer Schwester haben. Ein Film, der einem Meisterwerk von Menschlichkeit gleich kommt. 

Vielleicht halte ich das Filmmaterial zu hoch. Einfach nur, weil ich eine Verbindung habe. Aber jede Review, jeder Beitrag weltweit ist subjektiv. Genau so wie dieser.

Als Deutsche in Deutschland geboren. Und doch: wenn man mir auf der Straße begegnet, mich auf Fotos sieht, meinen Nachnamen hört: ich bin nicht durch und durch Deutsch. Und doch widerstrebte es mir, als ich beim schulischen Anmeldungsbogen (zu reinen Statistikzwecken) angeben musste, ob ich einen Migrationshintergrund besaß oder nicht. Nein, ich hatte keinen. Und doch: wenn eine Antwort nicht “Deutschland” war, so musste das Häckchen gesetzt werden. Und Fakt ist, dass mein Vater nun einmal nicht in Deutschland geboren ist, auch wenn er hier seit vielen, vielen Jahren lebt. Es widerstrebte.

Ich hatte mich nie als eine Person mit Migrationshintergrund gesehen. Warum auch?

Ich bin in Deutschland geboren, bin zum Kindergarten und in die Schule gegangen, war nie länger als 1 1/2 Monate aus diesem Land raus, wenn wir Japan mal außen vor lassen. Ich spreche mehr Japanisch, als dass ich Urdu spreche. Warum sollte ich also zu einem Migrationshintergrund “stehen”? Statistikzwecke. Ein lächerlicher Grund, der mich zum Nachdenken anregte. Hatte ich eine Ähnlichkeit mit den Menschen, die momentan vor Kriegen fliehen? Nein. Ich war anders. Bin anders. Immerhin habe ich eine Mutter, die aus Deutschland kommt. Großeltern hatte, die mich “deutsch” erzogen haben. Ich bin mehr Deutsch, als alles andere. Das wurde mir auch im Ausland oft genug bestätigt. Die meisten meiner Eigenarten und Merkmale: deutsch. Durch und durch Deutsch. Hätte ich eine hellere Hautfarbe, keine dunklen Haare, keinen ausländischen Nachnamen wäre ich auch vom Äußeren her Deutsch.

Doch: ich finde es nicht schlimm. Ich mag meine Hautfarbe, meine Haar- und Augenfarbe. Die Tatsache, dass ich eben nicht “typisch” bin. Auch wenn das keiner von uns ist… Der ein oder andere ist immer ein wenig mehr oder weniger als der andere.

Und Malala steht dazu, was sie ist. Ein junges Mädchen, aus dem Swat Tal, Pakistan. Ein Mädchen, welches die Chance ergreift, etwas verändern zu wollen. Dem IS zeigen zu können: wir können gegen euch vorgehen. Mit gesundem Menschenverstand. Wir können die Welt verändern. 

„Malala day is not my day. Today is the day of every woman, every boy and every girl who have raised their voice for their rights. There are hundreds of human rights activists and social workers who are not only speaking for human rights, but who are struggling to achieve their goals of education, peace and equality. Thousands of people have been killed by the terrorists and millions have been injured. I am just one of them“.

„The extremists were, and they are, afraid of books and pens. The power of education frightens them. They are afraid of women. Let us pick up our books and pens. They are our most powerful weapons.”

12. Juli 2013 – Malala Day;
Malala sprach vor mehr als
500 Jugendbotschafter-/innen aus der ganzen Welt.
Zu ihrem 16. Geburtstag.

Schaut euch den Film an, lest ihr Buch. Lasst euch begeistern!

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