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“Hier hast du den Schlüssel…” in Dresden | Couchsurfingerfahrung #1

Meine erste Couchsurfingerfahrung fand im August 2015, während meiner kleinen Deutschlandreise statt. Nach Bremen (bei Familie) und Hamburg (bei einer Freundin übernachtet), stand als dritte Stadt Dresden auf dem Plan.

Dresden, auch als eine große Studentenstadt bekannt, sollte einem vielleicht die Möglichkeit bieten, irgendwo kostenlos, wenn nicht sogar kostengünstig unterzukommen.
So war es dann auch im Enddefekt.

Ich hatte das Glück, dass mein Host mich angeschrieben hatte, weil ich tatsächlich schon Monate vorher eine Suchanfrage online gestellt hatte. Durch das genaue Datum und dadurch, dass ich nur eine Nacht bleiben wollte, war es natürlich leichter an eine Übernachtungsmöglichkeit zu kommen.
Als der dritte Gast, aber der erste, der vom Host persönlich angeschrieben wurde, ging es also nach Bremen und Hamburg auf nach Dresden.

Dresden an für sich ist eine wunderschöne Stadt und hat mich 2015 sicherlich nicht das letzte Mal gesehen; aber in diesem Beitrag möchte ich euch vor allem meine erste Couchsurfingerfahrung schildern. :)

Für mich ging es relativ früh in Hamburg los, sodass ich gegen Mittag dann schon in Dresden ankam. Mein Host war so lieb und hatte mir die passende Zugverbindung rausgesucht, weshalb ich keine Probleme hatte, die richtige Haltestelle zu finden. Auch der Weg war – dank Beschreibung und Google Maps – relativ schnell gefunden und mein Host (incl. Cousine) kamen mir auf der Straße zufälligerweise entgegen.

Ein altes Haus, viele Stufen, kein Aufzug. Ein Glück, dass ich nur mit einem Dakine-Rucksack unterwegs war, welchen andere mit in die Schule nehmen.

Auf dem Weg nach oben erzählte mir mein Host, dass ich das Zimmer (Wohnzimmer) mit einem weiteren Couchsurfer zu teilen hatte. Besagter anderer Couchsurfer war männlich, sprach kein Deutsch und konnte sich auch kaum auf Englisch unterhalten. Da ich nur eine Nacht vor Ort sein sollte, sollte dies sicherlich kein Problem geben. Ein wenig mulmig war mir dennoch zu mute. Egal. Eine Nacht.

Da mein Host (plus Anhang) am Abend ausgehen würden, überließ mir mein Host einen Wohnungsschlüssel. Ich war wohl sichtlich irritiert, denn mich erreichten die Worte: “Keine Sorge. Ich hab Vertrauen in dich.”

Sicher, ich hatte auch Vertrauen darin, dass alles glatt lief. Aber einem doch noch fremden Menschen, den man vor allem durch das Schreiben kannte, einen Wohnungsschlüssel auszuhändigen, fand ich doch ganz schön unnatürlich. Aber jeder ist seines Glückes Schmied. Und bevor ich am Abend vor verschlossener Türe stehen sollte, nahm ich den Schlüssel dankend an. Anschließend ging es für mich und meinen Host in den nahegelegenen Gasthof. Mir hing der Magen zwischen den Kniekehlen und ich war ganz froh über den gemeinsamen Austausch, über Gott und die Welt.

Mein Host erzählte mir, dass sie selber vor allem das Angebot “Couchsurfing” genutzt hatte und nie wirklich schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Für mich war das eine gute Rückmeldung, schließlich war es meine erste Couchsurfingerfahrung und ich wusste nicht, wie viele in meinem Leben noch folgen sollten.
Nachdem wir den Plausch beim Essen beendet hatten, machte sie sich auf den Weg um Freunde zu treffen und mich verschlug es in die Innenstadt Dresdens.

Abends ging es, nach kurzer Rückmeldung mit dem Host, zurück in meine nächtliche Bleibe. Der andere Couchsurfer war später auch anzutreffen und gab mir, beim Eintreten der Wohnung, nur ein kurzes Nicken und ein angebundenes “Good evening.” Ob er wirklich nicht mehr konnte, weiß ich bis heute nicht, da er sich schnell wieder seinem Handy zu wandte. Dann eben nicht…

Die Nacht verbrachte ich auf einer Luftmatratze, was kein Problem darstellte. Da ich mich am frühen Morgen schon weiter auf den Weg nach München machen wollte, blieb mir leider nicht all zu viel Zeit am Morgen. Da mein Host erst in der Nacht wiederkam, wollte ich sie nicht wecken, weshalb ich ihr eine kurze Nachricht hinterlassen und mich für die Unterkunft bedankt hatte.

Daraufhin ging es zurück zum Bahnhof… die nächste Couchsurfingerfahrung wartete schon an diesem Abend.
Ich bin sehr froh, dass meine erste Couchsurfingerfahrung so abgelaufen ist. Das sich Leute auf der ganzen Welt zusammentun und gegenseitig ihre Couch’s bzw. Wohnungen zur Verfügung stellen, um sich zu unterstützen und einander kennenzulernen ist toll. Ich bin froh, den Schritt gewagt zu haben und teil dieser Community zu sein.

3 Kommentare

  1. Bisher habe ich mich auch noch nicht getraut. :-D vielleicht sollte ich auch in Deutschland einmal starten um die Angst zu nehmen. :-D

    • reisewoelkchen

      Probier es ruhig einmal aus! Es muss ja auch nicht z.B. bei ganz Fremden sein. Vielleicht haben Freunde wiederum andere Bekannte die du nicht kennst; das wäre auch ein idealer Start, wenn du dich erst einmal herantasten möchtest.
      Alles kann, nichts muss. ;)

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