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Ice-Cream, Frieden, Besonders? – Nagasaki [Kyushu-Trip]

Heute nehme ich euch mit nach Nagasaki. Nachdem ich in Kumamoto ordentlich nass geworden bin, hatte ich die Hoffnung, dass mein Trip in Nagasaki, während meines Kyushu-Trips, nicht so ins Wasser fallen würde.

Ich machte mich morgens auf den Weg um pünktlich meinen Bus am Hauptbahnhof in Kumamoto zu bekommen, der mich weiter in die Stadt bringen sollte, die von der zweiten Atombombe auf Japan zerstört worden war: Nagasaki. 

Ganz unten… 

Es war ein herrlicher Sommertag, der Bus war glücklicherweise klimatisiert und angekommen in Nagasaki schlitterte ich gleich am Bahnhof in ein Ice-Cream-Festival. Ja. Ein Festival. Für Eiscreme. Ich hatte nicht gewusst, dass es sowas überhaupt gab, habe es aber tierisch gefeiert. Statt also gleich zum Friedenspark- und Museum aufzubrechen nahm ich mir erst einmal die Zeit all’ die Köstlichkeiten anzusehen und das Maskottchen auf den Shirts zu bestaunen. Leider war so ein Shirt ganz schön teuer, weshalb ich mir keines geholt hatte… Aber wenigstens ein Eis sollte drin sein. Deswegen habe ich mir was feines aus Banane und Schokolade organisiert.

Anschließend habe ich mich mit der Bahn auf den Weg zum Friedenspark gemacht und hatte dort das große Glück auf einige japanische Schülerklassen zu treffen, die in Gedenken an die verstorbenen Opfer sowohl musikalisch als auch rednerisch aktiv waren. Auch tausende Papierkraniche mehr fanden sich an diesem Tag dort ein. 
Daraufhin ging es dann für mich ins Friedensmuseum, welches ich – in einer ähnliche “Version” – schon in Hiroshima besuchen konnte. Leider muss ich auch sagen, hat mich das Museum in Hiroshima noch mehr berührt oder es war der Tatsache geschuldet, dass ich dort den Schrecken das erste Mal im Bild und Ton so richtig nah war. Aber die Wissenvermittlung, was das heute betrifft, war in Nagasaki um einiges greifbarer. Informationen dazu, wer wie viele und wie viele (Atom-)Bomben weltweit unter Verschluss sind, aber auch aktiv genutzt werden können. Die Zahl ist erschreckend zu sehen, aber auch interessant zu bestaunen. Auch die Geschichte, wer alles am Bau der Atombombe beteiligt war, wird in diesem Museum erzählt. Ein abschließender Eintrag ins “Kondolenzbuch” am Ende meines Besuches rundete das Ganze etwas ab.

Zum Abend hin machte ich mich auf den Weg zum Mount Inasa, von welchem man einen wunderbaren Blick über Nagasaki erhalten sollte. Und diesen bekam ich. ♥

Mit Hilfe einer Seilbahn landete ich oben auf dem Berg. Doch mit Hilfe eines dortigen Gebäudes, welches einen noch ein paar Meter “größer” werden ließ, hatte ich den perfekten Blick über diese wunderschöne Stadt.

Hier wurde ich auch tatsächlich das erste Mal, während meines gesamten Working Holidays gefragt, ob man mit mir ein Foto machen dürfe. Vier junge Japanerinnen kamen schüchtern zu mir und fragten, ob das denn möglich sei. Anfangs war ich ein wenig verwirrt und überrumpelt, doch warum nicht? Also haben wir schön vor den Kameras posiert und ich konnte meinen Weg heiter fortsetzen. Oben auf der Aussichtsplattform angekommen, hatte ich einen Blick über Stadt und Meer. Damit ich diesen nicht alleine genießen “musste” schickte ich meinen Lieben daheim Fotos zu und erhielt prompt Antworten, was ich sehr zu schätzen wusste. Da es aber langsam kühler wurde, zog es mich wieder zurück zur Seilbahn und abwärts. 

Nach einem Abendessen in einem Kaufhaus (wie unspektakulär…) ging es für mich zurück ins Hostel, mit Vorfreude auf den nächsten Tag, welchen ich in Beppu verbringen wollte.

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