Ostern auf irisch – #Travelwölkchen

Ostern auf irisch – #Travelwölkchen

Ostern 2015 habe ich im County Wicklow in den Wicklow Mountains verbracht. Genauer gesagt im Knockre Youth Hostel. Dort habe ich zu dem Zeitpunkt gearbeitet, meine erste Work-and-Travel-Station. Dass Ostern war, habe ich eigentlich gar nicht gemerkt – und das im super katholischen Irland!

© Travel Tina

Es ist nicht so, dass die Iren kein Ostern feiern. Im Gegenteil, als erzkatholisches Land hat Ostern natürlich auch für die Iren die gleiche wichtige Bedeutung wie für uns. Auch hier ist der Karfreitag ein absoluter stiller Tag. Ebenso wie bei uns gelten die 40 Tage vor Karfreitag als Fastenzeit. Noch vor einigen Jahrzehnten wurde nicht nur Essen gefastet – auch auf die so lebhafte und quirlige Lebensweise wurde verzichtet: Keine Musik, zurückgezogenes Leben. Doch Tradition und Kirche ändern sich, ebenso wie bei uns. Mit dem Karfreitag endete die Fastenzeit und so kam und kommt zu den Osterfeiertagen ein festlicher Osterschmaus auf den Tisch. Nicht fehlen darf dabei die Lauchsuppe und der Lammbraten. Bis hierher ist vieles also ähnlich – und doch gibt es Unterschiede.

© Travel Tina

Die bei uns so geliebten bunten Ostereier finden irische Kinder eher weniger. Sie wurden im Laufe der Jahre abgelöst von riesig großen Schokoladeneiern, in deren Inneren sich meist noch mehr Schokoladeneier oder Pralinen finden. Wichtig ist auch die Beerdigung des Herings. Dieser verrückte Osterbrauch stammt aus Cork und liegt schon lange zurück: Während die Gläubigen in der Fastenzeit auf Fleisch, Wurst, Milch und Käse verzichteten, aßen sie hauptsächlich Fisch. Vor allem gesalzenen Hering. Das endete jedoch mit dem Osterfest – ein Tag, den vor allem Metzger kaum erwarten konnten. Und um das Ende der „Hering-Zeit“ zu feiern, trugen die Metzger einen Hering an einer Holzstange durchs Dorf, gefolgt von den Dorfbewohnern. Während der Prozession wurde der Hering beschimpft und am Ende ins Wasser geworfen.

© Travel Tina

Für mich gab es zu Ostern weder Fisch noch riesige Schokoeier. Im Hostel hieß es Ostersonntag Abschied nehmen von unserem amerikanischen Work-and-Travel-Kollegen und Begrüßung der neuen Helfer aus Frankreich und Spanien. Auf uns wartete viel Staub und Dreck, den eine 70-köpfige spanische Teenager-Gruppe war nach einem einwöchigen Aufenthalt abgereist – und hat uns die dreckigsten Zimmer als Ostergeschenk überlassen, die wir während unserer Zeit dort erlebt haben. Zum Glück hatte ich zwischendurch aus der Heimat ein kleines Osternest bekommen – so gab es wenigstens ein kleines Ostergefühl. Über Karfreitag war ich an der Westküste in der kleinen, normalerweise laut-lebhaften Stadt Killarney und kann nur bestätigen: Wer plant, über Ostern nach Irland zu reisen, sollte miteinplanen, dass Karfreitag wirklich überall absolut tote Hose ist. Nach dem Putzmarathon endete Ostern montags für mich mit einer Wanderung durch die umliegenden Wicklow Mountains und den Powerscourt Waterfall – Irlands größtem Wasserfall. Mit gerade mal 121m ist der allerdings gar nicht so hoch, wie man nach den Beschreibungen erwartet. Mehr zu meiner Zeit im Knockree Youth Hostel könnt ihr auf der Seite von AnÓige, der irischen Youth Hostel Association, nachlesen:

#Travelwölkchen – das ist das gemeinsame Gastblog-Projekt von Reisewölkchen und TravelTina. Jeden letzten Donnerstag im Monat, dem #TravelwölkchenThursday, berichtet TravelTina auf Reisewölkchen über ihre Herzensheimat Irland. 2015 war sie ein halbes Jahr in Irland und Schottland mit ihrem Rucksack unterwegs und kehrt seit da an regelmäßig auf „ihre“ grüne Insel zurück. Ihren Blog findet ihr hier: www.travel-tina.de

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