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Schneefestival in Japan! Auf jeden Fall – oder doch nicht? [Sapporo-Trip]

Vom 08. Februar bis zum 10. Februar 2017 fand für mich und viele andere Leute (noch viel länger) das Schneefestival in Sapporo statt. Doch das dieses beinahe geplatzt wäre, ein großes Loch in meine Reisekasse gerissen wurde und manche Couchsurfer merkwürdige Vorstellungen haben, machte dieses Erlebnis zu etwas ganz Besonderem. 

Das Schneefestival in Japan findet jedes Jahr meist von Ende Januar bis Mitte Februar statt. In der Innenstadt von Sapporo (auf Hokkaido) gelegen findet ihr die außergewöhnlichsten Schneeskulpturen, in klein und groß, die euch immer wieder ins Staunen versetzen.

Bevor es aber zum Schneefestival ging, mussten meine Kollegin (wir arbeiteten im gleichen Hostel) und ich erst einmal nach Sapporo kommen. Also hatten wir – relativ günstig – Flugtickets ab Osaka beziehen können, die uns zum Mittag hin nach Sapporo gebracht hätten. Aber meistens kommt alles anders, als man denkt.

Wir sind schon relativ früh gestartet, da unser Flieger schon morgens in Richtung Hokkaido starten wollte.

Aus meiner Tradition mindestens drei Stunden zuvor am Flughafen zu sein, wurde dieses Mal nichts, weil mich meine Kollegin davon überzeugen konnte, dass wir uns Zeit ließen können, da das Ganze ja auch nur ein Inlandsflug war. Böser Fehler. 

Unser Ziel: das Schneefestival in Sapporo, Hokkaido

Nachdem wir am Flughafen angekommen sind und relativ schnell die entsprechende Airline ausfindig gemacht hatten, wollten wir gerne vor Ort einchecken. Das war nur leider nicht möglich, weil wir zwar bei der richtigen Airline standen – aber am falschen Flughafen.

Osaka bietet zwei Flughäfen und wir haben im morgendlichen Trubel oder einfach wegen nicht genug Aufmerksamkeit den falschen Flughafen angefahren, der natürlich in einer komplett anderen Himmelsrichtung, wie der richtige lag. Also informierten wir uns relativ eilig, wie wir zum anderen Flughafen kommen konnten und nahmen den Bus, welcher zwischen beiden verkehrt. Unterwegs versuchte ich meist vergebens die Airline zu erreichen, mit den Worten “Wir sind unterwegs.” oder “Ist es möglich – ohne Aufpreis – umzubuchen?” 

Da wir mit einer günstigen Airline geflogen sind, war ein Umbuchen nicht möglich und natürlich sind wir ca. zehn Minuten zu spät am anderen, dieses Mal richtigen Flughafen angekommen. Der Flieger war natürlich schon längst in der Luft. 

Nun hieß es für uns: wollen wir einen späteren Flieger nehmen? Fliegt überhaupt noch einer? Oder lassen wir das Schneefestival Schneefestival sein und fahren wieder zurück. 

Ich konnte mich schwarz ärgern. Das Schneefestival stand schon in meiner Übersicht, welche ich für mein Work and Travel hatte abgeben müssen (was es damit genug auf sich hat, findest du hier) und nun sollte ich eines meiner Highlights verpassen. Den Gedanken, dass wir den anderen Flieger doch noch bekommen hätten, wären wir früher am Flughafen (wenn auch am falschen) gewesen, versuchte ich direkt auf Seite zu schieben, denn Fakt war einfach: unser Flieger war weg, unser Flug verfallen. 

Am Flughafen selber loggte ich mich ins WLAN ein und kontrollierte die Flüge, welche noch später am Tag Richtung Sapporo gehen sollten. Erkenntnis: nur der Hinflug kostete pro Person noch einmal knapp 100€, Für den eigentlichen Hin- und Rückflug hatten wir ca. 124€ bezahlt. Ich war platt. Das Geld hatte ich mir eigentlich für meine andere Reise nach Hiroshima aufheben wollen.

(Nach Hiroshima hatte ich es trotzdem geschafft, dass kannst du hier nachlesen.)

Was also tun? Nach langen Diskussionen, bei mir zusätzlich Telefonaten mit meinem Vater und meiner besten Freundin (hier, ein Hoch auf die Zeitverschiebung) hatte ich mich dazu entschlossen, den späteren Flug zu buchen. Das Ganze x2, da meine Kollegin mir das Geld in Yen gab und somit das Konto nur einmal belastet werden musste. 

Die Stunden, die wir nun durch Schnee stapfend in Sapporo verbringen wollten, saßen wir geknickt am Flughafen und warteten, dass die Uhr schneller tickte.

Der erste – geplante – Sapporo-Tag war im Eimer. 

Dennoch hatten wir wenigstens das große Glück, dass der für uns spätere Flieger pünktlich abhob und wir uns nun – wenigstens ein kleines bisschen – auf Sapporo freuen konnten. 

über den Wolken…

In Sapporo angekommen bemerkten wir nun auch endlich den Winter in Japan und schauten uns in der Nähe des Bahnhofes einmal genauer um. Auch das hier Schnee lag, das nicht gerade zu knapp, erfreute mich unheimlich, denn ich hatte so auf weiße Weihnachten gebaut und sie natürlich nicht bekommen…

(Wie ich übrigens Weihnachten in Japan gefeiert habe, so ganz ohne Familie, das ließt du hier.) 

Nachdem wir uns einen Crêpe gegönnt hatten, machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft. Ich konnte meine Kollegin vom Couchsurfing überzeugen; hätte ich es doch gelassen. 

wenigstens eine Kitaca-Card konnte ich mir gönnen… 

Die junge Japanerin, die uns zu sich eingeladen hatte, war ein netter, aber unheimlich ruhiger Mensch. Leider sprach sie auch nur sehr wenig mit uns und die Unterkunft, die ausgelegt war auf zwei Gäste (wie in ihrem Profil angemerkt) bestand aus einer kleinen Matratze. Es war ein 1-Zimmer-Appartement und das Badezimmer ließ nur die Katzenwäsche zu. Trotzdem waren wir unheimlich erleichtert, dass sie relativ locker mit der Tatsache umging, dass wir erst Stunden später eintrudelten. Eine Bahnfahrt in die Stadt ersparten wir uns an diesem Abend: zu dunkel, zu spät, zu kaputt. Also versuchten wir unser Glück, gemeinsam auf der kleinen Matratze Platz zu nehmen, nachdem wir uns doch noch ein wenig mit unserer “Hosterin” unterhalten konnten: über all’ das Chaos, welches uns an diesem Tag widerfahren war. 

Also: achtet stets darauf, dass ihr den Weg zum richtigen Flughafen nehmt, dass ihr nicht solch eine Pleite erlebt, wie wir… 

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