Tag 15 + 16 | Ab auf den Fuji-san!

Heute war es endlich so weit: ich sollte (wollte?!) den Fuji-san bezwingen!

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Da sich der Bus bereits um 7:30 Uhr auf den Weg machen würde, ich schon alleine einen 15-minütigen Lauf- plus einen halbstündigen Fahrtweg hatte, sprang ich sehr früh unter die Dusche, frühstückte eine Kleinigkeit, schnappte mir meine sieben Sachen und machte mich auf den Weg zur Bahnstation.
Zuvor legte ich noch einen kurzen Halt in einem der zahlreichen Konbini ein um mir ein wenig Verpflegung für den Weg einzupacken und weiter ging die Reise.

 

In Shinjuku angekommen ging die Suche nach dem Abfahrtsort los. Abfahren sollten wir direkt am Meteropolitan Building; na, das sollte ja nicht all zu schwierig sein. Denkst’e.
Da ich mit der U-Bahn und nicht der JapanRail gekommen war, kam ich nicht direkt am Gebäude raus, sondern musste mir meinen Weg suchen. Nachdem mir zwei Sicherheitsleute freundlicherweise den Weg beschrieben hatten, war es aber im Enddefekt doch relativ leicht.
Auf Aussagen wie: „Das ist ein hohes Gebäude, dass können Sie gar nicht verfehlen.“, verlasse ich mich seit 2008, Beginn meiner Kinderpflegerausbildung, nicht mehr… Beste Freundin weiß auch warum.

Zurück zum Thema.

Wahrscheinlich lag es an der frühe der Zeit und der Örtlichkeit (genau vor den Augen der Regierung?!), aber noch nie zuvor hatte ich in Japan so viele Obdachlose auf einem Punkt erlebt.
Etwas unwohl kam ich am Haltepunkt an und entdeckte gleich die zuständigen Personen, die in ihren pinken Westen schon ziemlich ins Auge stachen. ;)
Nachdem ich die Personen erreicht hatte, nannte ich meinen Namen und hatte die ausgedruckte Buchungsbestätigung griffbereit, diese sollte aber wieder ungeachtet in meiner Tasche verschwinden.
Nachdem ich mit Anwesenheit eingetragen wurde, wollte die Dame noch wissen, ob ich Vegetarier sei.

Es gab tatsächlich eine Zeit, da habe ich vegetarisch gelebt. Das ist aber nun schon länger vorbei. Doch in diesem Augenblick behauptete ich, einer zu sein. Der Grund ist für mich ganz simpel und ich hoffe auf Verständnis aller Vegetarier…
Auf anderen Blogs hatte ich bereits gelesen, dass das inbegriffene Frühstück auf der achten Station Fisch auf Reis sein würde. Und das konnte ich nicht essen… vor allem nicht kurz nach dem aufstehen. Also entschied ich mich für die vegetarische Variante, was immer es auch sein sollte.

Nach einem kurzen Austausch mit einem weiteren Teilnehmer, der aus Liverpool (Großbritannien) stammte – Liebe an internationale Gruppen! – durften wir im Reisebus Platz nehmen.

Ich hatte mir gleich in der zweiten Reihe einen von zwei Plätzen geschnappt und konnte mich ab Abfahrt breit machen, da der Platz neben mir unbesetzt blieb.
Mit einer kleinen Verspätung von fünf Minuten fuhren wir los und wurden von unserer Reiseleitung (einer Japanerin) in Englisch begrüßt. Auch ein paar Stolperfallen im Englischen meisterte sie so, dass wir sie verstehen konnten. ;)

Es versprach ein großes Abenteuer zu werden.

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Während der Fahrt erhielten wir einen Übersichtsplan, einen Button – welchen wir an unseren späteren Wanderschuhen festmachen sollten – und drei Gutscheine, die wir auf der fünften Station einlösen konnten. (ein Talisman [ein kleines Glöckchen], Rabatt auf einen Wanderstock, Rabatt im Restaurant).

Nach ca. einer halbe Stunde – 45 Minuten machten wir den ersten Stopp an einer Autobahnraststätte, die eine riesige Verkaufsfläche bereit hielt. Pipipause, Beine vertreten und einkaufen. 15 Minuten Zeit.

Mit weiterer Verpflegung, die in den Rucksack gepackt wurde, fuhren wir weiter und machten unseren nächsten Stopp, in einem Laden, am Fuße des Fujis.
Hier erwarteten uns unsere Pakete, in welchen sich Rucksäcke, Stirnlampen, Wandersocken- und Schuhe, Regenjacken- und Hosen und Trekking-Stöcke befanden. (wie ihr in meinem Beitrag zu dem Unternehmen willerexpress nachlesen könnt, habe ich das große Paket genommen, welches alles inne hatte.)

In dem kleinem Laden bestand bereits die Möglichkeit sich bergfit zu machen. Ich entschied mich aber nur dazu, bereits Regenhose, so wie Socken und Schuhe anzuziehen; meine extra in Deutschland gekauften Wandersocken hätte ich auch daheim lassen können…
Hatte ich sie doch einzig und allein für die Fuji-Tour gekauft.
T.T
(Entweder waren sie im Paket nicht gelistet oder ich hatte überlesen, dass sie dabei waren…)
Glücklicherweise wiegen sie keine fünf Kilo…

Nachdem wir uns alle mehr oder weniger fertig gemacht hatten, ging es zurück in den Bus und rauf zur fünften Station, von wo aus unsere Tour starten sollte.

Vor einem bestimmten Straßenabschnitt machte uns unsere Reiseleitung darauf aufmerksam, die Ohren zu spitzen und dem Lied des Fuji-sans zu lauschen, welches durch die Beschaffenheit der Straße und der darauf fahrenden Fahrzeuge ertönt. Und ich könnte schwören, dass ich den ein oder anderen Ton vernommen habe, der mich für meinen baldigen Aufstieg in eine glückliche Stimmung versetzte.

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Auf der fünften Station angekommen erhielten wir die Informationen, dass sich im obersten Stockwerk, des Hauptgebäudes, Schließfächer befänden (Kostenpunkt für die kleine Version: 300Yen, für die Großen: 500Yen), in welchen wir alle Dinge packen konnten, die wir beim Aufstieg auf den Fuji nicht benötigten.

Also landeten mein Kanken-Rucksack, Reisepass, Regenjacke aus dem Paket (ich hatte meine eigene dabei), Schuhe und die von mir gekauften Trekkingsocken (>.<) in einem kleinem Schließfach. Verpflegung fand im Trekkingrucksack Platz, welcher uns gestellt wurde.

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Anschließend ging es ein Stockwerk tiefer. Dort erwartete uns im Restaurant ein großzügiges Mittagessen, bestehend aus: Reis, Tempura (Garnele + Gemüse), Suppe und eingelegtem Ingwer.
Ich war total von den Socken, denn mit solch einem Festmahl hatte ich nicht gerechnet. Obendrein war es unheimlich lecker und ich habe das erste Mal in meinem Leben eine Garnele in Tempurateig probiert…
Welche ich vor zwei Jahren noch gegen Tomaten eingetauscht hätte; Annika und Natascha werden sich erinnern. ;)
So schlimm war es dann doch nicht, immerhin lebe ich noch. ;)

Anschließend hatten wir noch ca. 15 Minuten Zeit um noch einmal der Toilette einen Besuch abzustatten oder sich bereits mit Artikeln von und mit dem UNESCO Weltkulturerbe einzudecken. Einen ausführlichen Besuch im “Andenkenladen” wollte ich mir aber für die Zeit nach dem Abstieg aufheben. Nun ging es bei tristem, nebeligen und vernieseltem Wetter hinaus zum Treffpunkt, an welchem uns unser Guide erwartete.
Er erklärte uns ein wenig zu den Sicherheitsaspekten, der Tour an für sich und sprach die Drohung aus, dass man, wenn man ihn überholen sollte, man den Sonnenaufgang – den wir uns zu sehen erträumten – nicht aus der ersten Reihe zu sehen bekäme. Das war eine Aussage. Ebenso teilte er uns die Pausenregelungen mit. ca. 30 Minuten laufen, 5 – 10 Minuten Pause. Klang traumhaft. Immer daran gehalten hat er sich aber nicht. ;)

Anschließend sollten wir uns aufstellen; in 2er-Reihen, was an Kindergarten und Grundschule erinnerte. Aber auch einem verregnetem Tag war viel los auf dem Fuji und wir wollten als Großgruppe, die immerhin aus 16 Leuten bestand, kein Hindernis darstellen. Weil ich mit Bergsteigen absolut keine Erfahrung hatte, hängte ich mich an die Fußsohlen unseres Guides, welcher das auch ohne Probleme so hinnahm.

Und dann ging es los.
Uns erwarteten sechs Stunden Aufstieg; das konnte ja etwas werden.

Die erste Strecke verlief nach asphaltiertem Weg über Stock und Stein durch ein kleines Waldstück. Es waren unheimlich viele Großgruppen, aber auch Paare und Einzelgänger unterwegs; mit dem verschiedensten Schuhwerk.
Neben Wanderschuhen (die für diese Tour durchaus angemessen und zu empfehlen sind) entdeckte ich auch Turnschuhe (was ja auch noch geht), Flip Flops (sind wir hier am Strand?!) und tatsächlich Damen mit Absatzschuhen (gehen wir nach der Bergbesteigung noch in einen Club?)
Ob diese Herrschaften alle den Weg geschafft haben, kann ich leider nicht beurteilen, denn ab dem ersten Halt (6. Station) habe ich mich dann doch mehr auf die Aussicht konzentriert. ;)

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Bei der sechsten Station bekamen wir auch gleich den Hinweis, dass wir am nächsten Tag wieder an dieser Hütte vorbei mussten. Sollte der Abstieg etwa alleine erfolgen? Weiter konnten wir uns hier einen Anhänger kaufen (für 1000Yen), der auszeichnet, dass wir den Fuji als Kulturelles- und Naturerbe anerkennen und dessen Kaufpreis in die Erhaltung des Berges und seiner Wanderwege gesteckt wird.
Da es auch als schönes Erinnerungsstück gesehen werden und oben auf dem Gipfel „gebrandmarkt“ werden kann, nahm ich mir einen mit.
Hoffentlich würde ich überhaupt oben ankommen, um die Brandung zu erhalten…

Nach einer zehnminütigen Pause ging es weiter; nun sollten die Trekkingstöcke die besten Freunde werden. Leider meinte es einer von beiden nicht gut mit mir und knickte weg. Toll. Angeknackst. Aber unser Guide wusste ihn noch zu retten. Glücklicherweise… Ich wollte kein neues Paar bezahlen.
Nun ging es im zick-zack eingehauene „Treppenstufen“ hinauf. Die waren leider alles andere als angenehm, aber nichts im Vergleich zu den Felsen, die uns nach zwei weiteren Pausen erwarteten. Da es obendrein ordentlich zu regnen begann, war dieser Teil alles andere als angenehm.

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Als der Regen seinen Höhepunkt erreichte, hatten wir das Glück in einer der Hütten unterzukommen, die den Weg zum Gipfel säumten. Einige Gruppenmitglieder gönnten sich ein Heißgetränk, was mir aber angesichts des Preis- Leistungsverhältnisses dann doch zu teuer erschien. >.<
Ich begnügte mich also mit meiner 2L-Wasserflasche, die mir den Aufstieg zur Hölle machte.
Nach einer kurzen Pause von ca. zehn Minuten ging es für uns weiter; Richtung siebte Station.

Der Vorteil war, dass sich der Nebel endlich verzogen hatte und wir somit endlich eine grandiose Aussicht genießen konnte. (PLUS die Entfernung zur nächsten Station…)

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Nach einem ca. sechsstündigen Aufstieg erreichten wir endlich die achte Station.

Es wurde gejubelt, bis und bewusst wurde, dass wir in der Nacht noch den Weg zum Gipfel vor uns hatten.

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Nachdem wir ganz japanisch unsere Schuhe auszgezogen hatten, durften wir unser Zimmer für die Nacht beziehen. Frei nach dem Leitspruch „Es ist Platz in der kleinsten Hütte.“ waren wir jeweils zu 4×4 Leuten in Schlafsäcken nebeneinander gefährcht und ich durfte mir das Zimmer, dass an eine Sardinenbüchse erinnerte, mit 15 Menschen teilen. Wahnsinniges Erlebnis!

Glücklicherweise war unsere Gruppe echt gut drauf und wir hatten zu jedem Zeitpunkt Spaß miteinander. Besser hätte es bei der Gruppenzusammenstellung nicht laufen können.

Nach dem wir die Möglichkeit hatten uns kurz fuji11frisch zu machen, im Bad, was draußen war und leider nicht nach Rosenwasser duftete (aber was erwarte ich schon? Jaja…), ging es zum Abendessen. Curry und Reis. Dazu grünen Tee. Den mag ich ja so gerne. Aber Hunger und Durst hatten bisher immer alles hineingetrieben. Hier war ich dann doch ein wenig enttäuscht, dass ich angegeben hatte, dass ich Vegetarier sei, sah ich dann die Boulette auf dem Reis der „Fleischesser“.

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Aber ich hatte mich dazu entschieden, also musste ich mich nun mit dem Essen zufrieden geben. Und so schlecht war es gar nicht. ;)

Während des Abendessens gab es noch ein paar Informationen für den Aufstieg in der Nacht, der ein paar Stunden später schon erfolgen sollte.

Als nächstes wurde bereits das Frühstück für die Vegetarier ausgehändigt.
In einer Papiertüte befanden sich zwei Milchbrötchen (eines mit Rosinen, eines mit Walnüssen) und eine Banane. Dazu gab es eine kleine Flasche Wasser. Das hatte ich mir irgendwie spektakulärer vorgestellt, nach dem Essen was man uns bereits vorgesetzt hatte.

Nun ja, wenigstens Obst.

Weiter wurden uns hier auf dieser Station Postkarten und fuji13Briefmarken versucht zu verkaufen. Da ich bereits ein Postkartenset an der fünften Station gekauft hatte, benötigte ich nur noch die Briefmarken, so dass die Karten am nächsten Tag ihre Reise nach Deutschland antreten konnten. Also verzogen wir uns nach dem Abendessen auf unser Zimmer und einige schnappten sich die Kugelschreiber um einige Zeilen an die Lieben daheim zu schreiben.

Daraufhin hieß es aber auch sehr bald schlafen, denn der Wecker klingelte um eins, damit uns noch genug Zeit zum frühstücken blieb.

Die letzte Etappe

Nach einer eher unruhigen Nacht, da es ziemlich kalt war, bekamen wir erst einmal die Info, dass sich unser weiterer Aufstieg um ca. eine Stunde nach hinten verschob, da es ziemlich regnete und unser Guide uns bei diesem Wetter nicht nach draußen lassen wollte.

Dann hätte der Wecker ja doch nicht so früh klingeln müssen…

Aber da ich, wie die anderen auch, schon einmal wach waren, machten wir uns auf den Weg nach unten um uns frisch zu machen und anschließend mit dem Frühstück zu beginnen.

Und hier war ich wieder froh, mich für die vegetarische Variante des Menüs entschieden zu haben. Während es für mich das bereits gestern erhaltene Frühstück gab, gab es für die Anderen tatsächlich den Reis plus Fisch. Wie gut, dass ich das nicht bekommen habe; der Fisch wäre für mich umsonst in die ewigen Jagdgründe eingegangen.

Doch schon kurz nach dem Frühstück, begann die Aufregung: wir sollten unsere Sachen zusammenpacken und alles mit hinunternehmen. Da mir schon kalt war, entschloss ich mich dazu meine Mütze anzuziehen, die ich mir tatsächlich für diese Fuji-Tour gekauft hatte. Die hielt schön mollig warm. *.*

Es war zwar immer noch am nieseln, doch wenn wir den Sonnenaufgang sehen wollten, mussten wir uns jetzt auf den Weg machen.

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Also ging es hinaus in den Regen, Richtung Gipfel. Wenn man einen Blick nach unten erschaschen konnte, sah alles so friedlich aus. Die kleinen Lichter in der Ferne, eigentlich riesige Städte, zeigten ein ruhiges Bild und ließen einen wirklich gelassen und glücklich werden.

Nachdem wir eine Pause eingelegt hatten, machte sich tatsächlich schon langsam die Helligkeit bemerkbar, was uns dazu veranlasste unseren Weg fortzusetzen.

Allmählich konnte man sich auch endlich wieder ohne Stirnlampe fortbewegen und der Gipfel rückte in erreichbare Nähe.

Endlich.

Eine Minute vor Sonnenaufgang hatten wir es tatsächlich geschafft: wir hatten den Gipfel erstürmt!

Eilig wurden die Rucksäcke an die Steinwände befördert und die Kameras herausgeholt. Es hatten sich schon viele Menschen positioniert und doch bekamen wir alle noch etwas Platz, damit auch wir den Sonnenaufgang miterleben und Fotos machen konnten.

Und dann, war er da: der Sonnenaufgang.

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Und wir konnten ihn auf dem höchsten Berg Japans miterleben.
Es war ein unbeschreibliches Gefühl, dass zu erleben,
wofür man den Weg auf sich genommen hatte.

Das Ziel war erreicht.

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Es brach ein Jubel in der Gruppe aus: wir hatten es tatsächlich geschafft!

Nachdem die Sonne aufgegangen war, entschlossen wir uns zu einer Kraterwanderung, die uns auch am Postamt (wichtig für das erste Gewinnspiel ;) ) und dem höchstem Punkt des Fuji-sans vorbei bringen sollte.

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Den Krater hatte ich mir irgendwie größer vorgestellt, schließlich ist und bleibt der Fuji ein Vulkan, auch wenn er seit seinem letzten Ausbruch im Jahr 1707 als inaktiv gilt.

 

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Nachdem wir einen kurzen Halt beim Postamt gemacht hatten, deutete unser Guide auf die höchste Stelle des Fujis, welche mit einem Memorial-Stein markiert war. Leider lag dieser noch einige Meter über uns, sodass wir eine weitere extreme Steigung zu bezwingen hatten. Und da an diesem Morgen schon ganz schön viel los war, mussten wir uns anstellen, um an ein Foto zu kommen.

 

 

Hier mein Exemplar; es war sehr windig. ;)

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Anschließend ging es für uns bergab und zu den Ständen, die sich auf dem Gipfel befanden. Hier hatten wir die Möglichkeit unsere Holztafel brennen zu lassen, die wir auf der sechsten Station gekauft hatten. Ich hatte es also tatsächlich geschafft.
Die Brennung kostete zwar noch einmal 430Yen, war aber zu verkraften. Alles für die Unterstützung des Weltkulturerbes und um ein Andenken reicher.

Nachdem wir Zeit für Einkäufe und etwas zu trinken hatten + einer Pipipause, ging es nun um den letzten Part:

der Abstieg.

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Gemeinsam gingen wir hinunter zur achten Station und hatten kurz nach dieser die Möglichkeit ab sofort in unserem eigenem Tempo den Abstieg zu bewältigen.
Einzige Auflage: um spätestens viertel vor zwölf wieder an der fünften Station sein, weil um Punkt Zwölf der Bus losfahren würde.

Nachdem ich die ersten paar Minuten alleine gelaufen war, traf ich auf ein bekanntes Gesicht aus meiner Gruppe. Da wir beide vorher kaum miteinander gesprochen hatten, wurde uns beiden erst nach einem englischen Gespräch klar, dass wir beide ja aus Deutschland kommen und uns ja dann auch auf Deutsch unterhalten könnten. :D

So bezwungen Heiner und ich gemeinsam den Abstieg und fielen abwechselnd jeweils einmal auf den Hintern. :’D

Nach ca. 2 ½ Stunden waren wir wieder unten angekommen.

Da noch ein wenig Zeit bis zur Abfahrt bliebt, entschloss ich mich, nachdem ich meinen Spind geräumt hatte und mich auf der Damentoilette versucht habe, wenigstens einigermaßen wieder frisch zu machen, ein zweites Mal den Andenkenshop zu besuchen.

Was ich beim ersten Mal nicht entdeckt hatte, erweckte in diesem Moment meine volle Aufmerksamkeit: ein Lesezeichen, aus Metall mit dem Mount Fuji. Das musste mit!

Anschließend ging es für uns zum Bus, nachdem wir uns noch von unserem Guide verabschiedet hatten, der nun kurz Pause machen und anschließend die nächste Gruppe auf den Mount Fuji bringen würde; Respekt.

Also traten wir nun die Heimreise nach Tokio an, machten jedoch einen eineinhalbstündigen Stop in einem Onsen, welches man bei der Anmeldung dazu buchen konnte. (weitere Informationen zu willerexpress, findet ihr hier)

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Da ich kein Bad dazu gebucht hatte (ich wollte nicht unter Zeitdruck stehen), entschloss ich mich, mich im Restaurant des Badehauses nieder zu lassen. Hier genoss ich eine Schüssel Udon und den W-Lan-Empfang, der mir einmal auf dem Mount Fuji flöten gegangen ist.
Ja, auf dem Mount Fuji gibt es Internet.
Nachdem dieser kurze Ausflug in Japans Badewelten vorbei war, ging es wieder zurück in den Bus und nun ohne viele Umwege zurück nach Shinjuku. Hier noch in die Bahn und zurück ins ShareHouse.
Dusche und anschließend Bett.

 

Das war also mein „kleiner“ Ausflug auf den größten Berg Japans. Auch wenn es nun schon so viele Tage her ist, kann ich kaum glauben, dass ich tatsächlich dort oben war. Dass ich einen Berg von insgesamt 3.776,24 Metern bezwungen habe, auch wenn der Start erst an der fünften Station war.

Es war anstrengend und oft habe ich echt an mir gezweifelt… Aber ich habe es geschafft. Aber frei nach dem japanischen Sprichwort: “Ein weiser Mann den Fuji einmal besteigt, nur ein Narr zweimal”, war es für mich wohl auch der einzige Ausflug auf den größten Berg Japans.



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